Die
durchschnittliche Marschentfernung von 700 Kilometern
in der Wüste hatte eine sehr nachteilige Auswirkung
auf die Panzer. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Regiment
seine Stellungen vor Tobruk bezog, mußte die nachfolgend
genannte Anzahl an Panzern wegen schwerer Motor- und
Laufschäden an die Werkstattkompanie übergeben
werden:
12 von 25 Panzerkampfwagen Typ I, 2 von 3 kleinen
Panzerbefehlswagen I, 19 von 45 Panzerkampfwagen Typ
II, 44 von 65 Panzerkampfwagen Typ III bzw. großen
Panzerbefehlswagen sowie 6 von 17 Panzerkampfwagen
Typ IV. Zusammen 83 Panzer von insgesamt 155. Die
Ursache, dass die Durchfahrt des Wüstenabschnittes
im Trigh el Abd solche starke Beschädigungen
zur Folge hatte, war die taktisch begründete
hohe Marschgeschwindigkeit. Wegen der erforderlichen
Eile konnten für Panzer ungeeignete Wegstrecken
nicht ausgespart werden. Von 65 Panzerkampfwagen III
und großen Befehlswagen fielen 44 während
des Wüstenmarsches wegen schwerer Motorschäden
aus. Der Fehler war immer der gleiche. Der Motor setzte
aus und der Öldruck fiel auf Null ab, worauf
der Wagen stoppte. Wenn der Versuch gemacht wurde,
nach erfolgtem Ölwechsel weiterzufahren, fraßen
sich die Zylinder und Kolben fest. Schließlich
brach die Kolbenstange des dritten und vierten Zylinders.
Die Ursache war in jedem Fall dieselbe. Das Kurbelwellengehäuse
verstopfte sich durch den feinen Staub wie mit einer
Paste, wodurch die Ölzirkulation unterbrochen
wurde. Zylinder und Kolben waren bis zu 6 mm abgenutzt.
Von 83 ausgefallenen Panzern tauschte die Werkstattkompanie
bei 58 Fahrzeugen den Motor aus. Die vorhandenen Luftfilter
sind gänzlich ungeeignet für den Wüsteneinsatz,
da sie den feinen Staub nicht zurückhalten. Daher
die Verstopfung des Kurbelwellengehäuses. Die
Verwendung eines trockenen Filzfilters, wie er bei
den britischen Autos, Lastkraftwagen und Panzern eingebaut
ist, wird vorgschlagen. Fünfzig Stoßdämpfer
waren unbrauchbar geworden und wurden bei den 65 Panzerkampfwagen
Typ III und den Panzerbefehlswagen ausgetauscht. Zwanzig
gebrochene Federn und 16 Kettenglieder wurden bei
den Panzerkampfwagen Typ II ausgewechselt. Der Mangel
bei den Federn und den Stpßdämpfern war
nicht nur auf die schlechte Wegstrecke, sondern auch
auf Minen zurückzuführen. Die Schmierung
der Hilfsbremsen war wegen der mangelhaften Bremsklötze
ein weit verbreiteter Fehler. Sechzig Instandsetzungsaufträge
bei den Panzerkampfwagen Typ III waren auf schlechte
Ausgangsinspektionen der Firmen zurückzuführen.
Die Lüfterwellen mußten in 40 Fällen
ausgetauscht werden, weil die Drucklager mangelhaft
waren. Durch Sand aufgetretene Schwierigkeiten bei
den Turmdrehkränzen wurden bei 8 Panzerkampfwagen
Typ III festgestellt. Fünf Variorex Getriebe
mußten gewechselt werden.
Quelle: Bernd Hartmann - Die Geschichte
des Panzerregiment 05