Würden
Sie bitte kurz Ihre militärische Laufbahn vor der
Versetzung nach Afrika beschreiben?
Am 2.10.1939 wurde ich zur Kraft-Fahr-Ersatzabteilung
nach Stendal eingezogen. Dort erhielten wir die Grundausbildung,
hauptsächlich als Kraftfahrer. Ich machte den Führerschein
II und etwas später die I für Motorräder.
Dann nahm ich an einem Unterführlehrgang teil, den
ich auch bestand. In der Ersatzabteilung kamen alle 4
bis 6 Wochen neue Soldaten, die den Führerschein
machen sollten, da wurden wir Unterführer als Stubenälteste
eingeteilt.
Wurden Sie abkommandiert oder haben Sie sich
freiwillig gemeldet?
Ich wurde abkommandiert.
Gab es ein spezielles Training bzw. eine Einweisung
für den Kampf in der Wüste und wenn ja, wie
sah dieses aus?
Eine besondere Einweisung gab es nicht, nur ein Merkblatt
wie man sich zu verhalten hat.
Wie erfolgte der Transport nach Afrika?
Ende oder besser gesagt Mitte März 1941 ging die
Parole rum, wir werden untersucht und geröntgt auf
Tropentauglichkeit und so kam es auch. Wir kamen nach
Berlin in eine Schule in der Nähe vom Schlesischen
Bahnhof, Dort empfingen wir unsere Tropenausrüstung,
oliv farbig. Am 3. oder 4. April ging es dann nach Italien,
Neapel. Dort wurden wir unsere graue Uniform los und hatten
nur noch Tropensachen. Von dort kamen wir auf ein Schiff
und verbrachten dort einige Tage. Wegen zu großer
U-Boot-Gefahr wurden wir wieder entladen und fuhren mit
dem Zug nach Süditalien, von dort nach Catania auf
Sizilien. Wir waren ein ganzes Batallion, ca. 700 bis
800 Mann. Am Strand schlugen wir unser Einmannzelt auf
und verblieben dort. Ich kam mit der letzten Ju 52 mit
Bürokisten und 8 Soldaten nach Tripolis. Die ganzen
Flüge gingen reibungslos.
Können Sie sich noch an Ihre ersten Erlebnisse
nach der Ankunft in Afrika erinnern?
Dort kamen wir in ein Lager, km 5 nannte sich das. Von
dort wurden Arbeitskommandos in den Hafen gestellt, manche
waren auch zum Abladen eingesetzt. Nach einiger Zeit kamen
wir in ein anderes Lager, km 28. Dort wurden dann die
Kommandos eingeteilt. Eines Tages kam der Befehl, es werden
18 Kraftfahrer gebraucht, die 18 Personenwagen, Marke
Silka, glaube ich, waren es, nach Bengasi bringen sollten.
Jeder bekam einen Beifahrer und auf der Frontleitstelle
in Bengasi mussten wir uns melden. Die Autos waren wir
los und wir mussten auf Winkertour zur Front. Ich kam
zum Unterstab der Aufkl.Abteilung 3, die in Stahnsdorf
zu Hause war und schon in Olen und Frankreich mitgemacht
hatte. Von dort wurde ich wieder versetzt zum Divisionsnachschub.
Es waren nicht genügend LKW da, um den Nachschub
ran zu bringen und da hatte jede Einheit etliche Fahrzeuge
abzustellen, so auch die A3. Auf dem einen LKW war als
Beifahrer der Schneider vom Stab und der sollte zurück
und ich kam dafür hin. Wir fuhren aus dem Hafen alles
was ankam zur Front vor; da haben wir viele Fliegerangriffe
gehabt und Verluste an Menschen und Fahrzeugen. Einen
Angriff werde ich nie vergessen: Das war eine Notausladestelle
in Marsa-Matruh, da war ich kommandiert, Schotter am Rand
des Meeres zufahren. Der Befehl war gemacht und mein Uffz.
Sagte, stell dich mal hier hin, wenn unsere Fahrzeuge
dran sind, reihst du dich wieder ein. Es war Mittagszeit,
die Arbeit auf dem Schiff ruhte, dort waren Gefangene
eingesetzt. Auf einmal flogen Bomben auf das Schiff und
in die Umgebung. Keiner durfte mehr am Schiff vorbeifahren,
es könnte explodieren. Ich stand aber vorne und wollte
gerade wegfahren, da kam ein Soldat und schrie: "Binde
mir mal meinen Arm ab!". Dieses schnell gemacht und
weg vom Hafen. Nach einiger Zeit trafen wir uns wieder
und ein Kamerad fehlte, er war im Lazarett, verwundet,
so stark, daß er starb. Dieser Kamerad war ein Deutschargentinier,
der studierte in Deutschland und musste auch seinen Wehrdienst
leisten. Er hatte am selben Tag Geburtstag wie ich, war
nur ein Jahr später geboren. 1941 im November als
uns der Tommy aus der El-Alamein-Stellung vertrieb, waren
wir in der Wüste im Einsatz. Wir wussten nicht, was
hinten und vorne war. Tage lang nicht mehr geschlafen,
wir waren vollkommen eingeschlossen, überall kam
Feuer auf uns. Da sagte mein Fahrer: "Komm, hier
müssen wir weg.". Die Geschosse kamen immer
näher. Vorher muss die Infanterie (dort) gelegen
haben, denn es waren überall Deckungslöcher
ausgeworfen. In einem lag ich. Als wir zu unserem Fahrzeug
zurückkamen, war die Plane durchlöchert und
neben meinem Deckungsloch war eine Granate explodiert.
Man weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich
liegen geblieben wäre. Unsere Kampftruppe kämpfte
sich aber durch und am 2. Dezember 41 waren wir befreit.
Wir bekamen ein paar Tage Erholung, dann ging es wieder
weiter. Der Tommy trieb uns ja bis hinter Bengasi.
Schildern Sie kurz, wie lange und in welchen
Einheiten Sie in Afrika eingesetzt waren.
Erst in der Aufklärungseinheit, dann beim Divisionsnachschub
in der 6. Kolonne, später wurden wir 3. Kompanie,
zu viele Verluste.
Heutzutage wird das Afrika-Korps immer in
Verbindung mit dem Mythos Rommel genannt. Wie dachte und
sprach man bei den Soldaten?
Rommel war ein sehr guter Führer im Afrika-Korps,
sehr beliebt bei den Soldaten.
Fühlte man sich damals als "Afrikakämpfer"
als etwas Besonderes oder war es aus der damaligen Sicht
ein Kriegsschauplatz, wie jeder andere?
Es war schon etwas Besonderes im Afrika-Korps zu sein.
Mit wenig Menschen und Material hat Rommel den Feind lange
von Deutschland abgehalten.
Rommel genoss bei den alliierten Soldaten
großen Respekt. Wie dachte man bei Ihnen über
den Befehlshaber der gegnerischen Seite "Bernard
Montgomery" und die Gegner im Allgemeinen?
Montgomery schätzte auch Rommel sehr, bewunderte
seine Siege. Den Leuten wurde ja auch nichts getan.
Wie wurde man über die kriegerischen
(und politischen) Ereignisse unterrichtet?
Die Post klappte gut, wir waren ja immer unterwegs und
gaben sie meistens auf dem Feldflugplatz ab. Die Nachrichten
von Russland waren immer gut, 1943 war in Afrika alles
tot.
Wie dachte man über die italienischen
Soldaten bzw. die italienische Führung, bzw. wie
war der Kontakt zu Ihnen?
Die italienischen Soldaten waren nicht das, was Rommel
erwartet hatte. Immer bei Ihnen brachen sie durch. Sonst
waren es liebe Menschen.
Wie sah der Alltag in Afrika aus? In Bezug
auf Verpflegung, Kleidung, Freizeit, Urlaub, Kontakt zur
Heimat, etc.
Der Alltag war in Afrika öde. Verpflegung war gut,
Kleidung auch. Wir hatten alles in dreifacher Ausfertigung.
Freizeit gab es auch, da haben wir unsere Wäsche
gewaschen. Wenn wir kein Wasser hatten, nahmen wir Benzin.
Urlaub gab es wenig, nur die am längsten da waren,
konnten mal fahren. Es war ja auch ein großes Risiko.
Kontakt zur Heimat war gut. Ich habe meine Post immer
mit Nr. versehen und meine Eltern auch. Die Post, die
von Afrika und aus der Gefangenschaft habe ich noch gebündelt
im Schrank liegen. Ab und zu lese ich es wieder, da wird
vieles wach bei einem.
Gab es Kontakte zu alliierten Kriegsgefangenen?
Kontakt zu alliierten Kriegsgefangenen gab es kaum.
Gab es Kontakte zu Einheimischen?
Keinen direkten Kontakt, aber öfter gesehen.
An welchen Gefechten/Operationen haben Sie
direkt teilgenommen?
An Gefechten habe ich fast an allen teilgenommen. Ich
war in der 21. Panzerdivision. Zu Fuß ging da keiner
und ich war mit unserer Kolonne immer direkt verbunden.
Können Sie alliierte Einheiten benennen,
mit denen sie in Kampfhandlungen verwickelt waren?
Alliierte Einheiten kann ich nicht benennen. In der letzten
Zeit war ich als Rechnungsführer unserer Einheit
eingesetzt.
Wie veränderte sich im Laufe der Zeit
die Nachschublage in Bezug auf Munition, Treibstoff, Lebensmittel,
etc.?
Ich war beim DiNaFü, d.h. Divisionsnachschubführer.
Erst waren wir 12 Kolonnen, drei große und neun
kleine, später wurden wir Kompanie. Manchmal war
Munition da, die nicht gebraucht wurde (z.B. falsches
Kaliber). Treibstoff für den Rückzug war, wie
es schien, immer genug da, vielleicht für die Kampftruppen
nicht immer. An Lebensmitteln hat es bei uns nicht gefehlt.
In der Gefangenschaft, vor allem als wir den Franzosen
übergeben wurden, war die Versorgung sehr schlecht.
Wurden Sie in Afrika verwundet und/oder krank?
Wenn ja, was geschah dann?
Ich wurde in Afrika nicht ernstlich krank, Durchfall mal.
Habe sehr viel Glück gehabt, wurde nicht verwundet.
Wie und wann gerieten Sie in Gefangenschaft?
In Gefangenschaft gerieten wir am 15.5.1943, alle die,
die nicht im Einsatz an der Front waren. Wir befanden
uns in einem Tal, ca. 20 Mann. Ein Spähwagen kam
gefahren. Ein Offizier stand drin und sagte auf Deutsch:
"Ist das alles euer? Dann fahrt mal die Straße
zurück. Dort werdet Ihr schon in Empfang genommen.".
Einen LKW hatten wir noch, den mussten wir natürlich
abgeben.
Beschreiben Sie den Verlauf Ihrer Gefangenschaft und das
Leben im POW-Camp.
Einen Tag verbrachten wir an der Straße, wo sich
schon hunderte gesammelt hatten. Am nächsten Tag
wurden wir von Schwarzen mit unseren LKW in ein Lager
gefahren. Es sah dort aus wie auf einem Truppenübungsplatz.
Eine Straße ging durch das Lager, da standen die
Einheiten drauf, die schon da waren, kamen neue , konnten
sie sich da anschließen. Dann kamen wir in ein anderes
Lager, nur im Gelände, etwas Stacheldraht rings um
gezogen. Die Engländer versorgten uns sehr gut mit
allen Sachen, z.B. Verpflegung und Wasser. Tag und Nacht
fuhren sie das Zeug ran, durchsucht wurden wir beim Engländer
gar nicht.
Wie war die Behandlung durch die Alliierten?
Die Behandlung war gut. Es hat uns kein Soldat etwas zu
Leibe getan.
Wie erlebten Sie den weiteren Kriegsverlauf
im POW-Camp?
Wir wurden mit dem Zug von Tunesien nach Marokko transportiert.
In Algerien wurden wir von den Amerikanern übernommen,
die waren nicht so freundlich zu uns, öffneten nicht
die Türen von den Waggons. Die Sonne schien auf das
Dach, da kann man sich vorstellen, wie die Luft darinnen
war. Wir kamen in ein amerikanisches Lager. Vierzehn Tage,
dann verschob der Amy uns an den Franzosen. Da ging der
Leidesweg erst mal los. In einem Zug wurden wir, 1800
Mann, nach Bou-Arfa transportiert. Als wir dort ankamen,
liefen die da Landser rum. Der Zug hielt aber nicht, die
waren richtig verstummt. Ungefähr 1 km weiter hielt
der Zug und wir konnten aussteigen. Kein Haus, kein Baum,
nur Stacheldraht war zu einem Viereck gespannt und da
kamen wir rein und lagen dort 4 Wochen unter freiem Himmel.
Was da los war, werde ich nie vergessen. Einen Kameraden
traf ich dort, der war auch erst 2 Tage vorher angekommen.
Der war von Tunesien getürmt, wurde aber von der
Wüstenpolizei an der Grenze nach Spanisch-Marokko
geschnappt und auch in das Lager gebracht. Dieser Kamerad
war von der Werkstatt-Kompanie und hatte schon einiges
erfahren und zwar war Bou-Arfa ein Straflager. Es waren
ungefähr noch 100 Leute im alten Lager und 120 waren
schon beerdigt. Die Löcher wurden schon im voraus
gemacht. Vor ungefähr einer Woche war das Deutsche
Rote Kreuz dahinter gekommen und es erschien eine Abordnung.
Die Arbeit wurde sofort eingestellt und einen Kameraden
nahmen sie mit. Der wog nur noch so um die 90 Pfund. Vier
Wochen lagen wir dort in der Wüste und die Arbeit
sollte sein, durch ein Tal einen Damm zu bauen, damit
die Eisenbahn darauf lang fahren kann. Entdeckt wurde
dieses Lager von Kameraden, die dort ausgerissen waren
und nach Zanger zum Deutschen Konsulat kamen. Viele Ausreißer
wurden aber geschnappt und wurden im Lager extra eingesperrt,
in einem Drahtkäfig, wo sie sich kaum bewegen konnten.
Wir wurden dann mit dem Zug nach Midelt transportiert,
das war in der Nähe des Atlasgebirges. Dort war eine
alte Araberkaserne, die wir wieder aufmöbeln mussten.
Essen war schlecht, meistens nur madige Erbsen und die
nicht mal genug. Unsere Truppe hatte Glück und kam
in ein Zimmer, wo früher die Infanterie drin war,
andere kamen nur in kaputte Lehmsteinbauten. Von dort
meldeten wir uns freiwillig zu einem Arbeitskommando,
150 Mann. Straßenbauen hieß es, war ja ein
bisschen zu groß, aber nur raus aus dem Lager. Wir
kamen nach El-Hajeb, da waren nur Soldaten. Die 150 Mann
wurden aufgeteilt in zwei Gruppen. 1. Gruppe Chemie, die
andere Außenarbeiten. Ich war bei den letzteren,
mussten weißen Sand auf einen Platz bringen. Dann
später suchten sie zwei Landwirte, die sollten eine
Wiese, ca. 1 ha, umpflügen. Ein franz. Serjant besorgte
einen Pflug, der aber zu klein war. Am nächsten Tag
hatten wir einen anderen. Vir Mulis wurden vorgespannt
und ein Kamerad, auch ein Landwirt, und ich pflügten
nun die Wiese um. Andere Kameraden schlugen die noch rausguckende
Grasnarbe kaputt. Es entstand ein schöner Garten,
der für Offiziere sein sollte, damit sie Gemüse
anbauen konnten. Ein Bach vom Atlasgebirge floss da entlang
und da konnte auch bewässert werden. Sechs Gefangene
sollten nun den Garten in Schwung halten, darunter war
auch ich. Da es aber zu viel Aufwand war, uns zu bewachen,
kamen wir alle in ein Zeltlager direkt im Atlas-Gebirge.
Dort haben schon vorher italienische Gefangene am Pistenbau
gearbeitet. Die kamen nach Hause und wir bauten die Piste
fertig. Die Pisten zogen sich am Hang mit Steigung entlang.
Alles, was in den Weg kam, wurde entfernt. Das war eine
gute Arbeit.Als alles fertig war, kamen wir ins Lager
Ram-Ram. Dort bekamen wie die erste Glatze geschnitten,
dann aber nicht wieder. Da kam für uns noch mal eine
schlechte Zeit. Es waren zwei Lager. In einem waren die
Afrikakämpfer und in dem anderen waren nur junge
und alte Soldaten, die auf Sizilien und (in) Italien gefangen
genommen wurden. Unsere Rettung war, daß wir jeden
Monat eine deutsche Rot-Kreuz-Sendung erhielten und die
war immer sehr gut. Ich habe die Sendungen aufgeschrieben.
Ab und zu lese ich sie mir wieder durch. Dann konnten
wir uns auf der Schreibstube melden, wer auf die Farm
wollte. Eines Tages kam ein Angebot, 20 Mann auf eine
Farm. Der Farmer, ein Franzose, stand schon mit dem LKW
da. Viele Landser standen da und wollten raus. Der Farmer
suchte sich aber selber die Leute aus, die ihm gut erschienen
und dabei war ich auch. Auf der Farm gab es ja viel Arbeit.
Als der Farmer für uns bezahlen musste, an den Staat,
liefen ihm die Augen über und er sagte: "In
der Landwirtschaft kann ich Euch nicht beschäftigen.
Ihr müsst spezielle Arbeit machen.". Einen gelernten
Maurer hatten wir dabei und der lernte noch alle zum Mauern
an, bis auf einen, den im Atelier, einen im Kuhstall,
einen im Garten und ich als Traktorist. Dort waren wir
vom 1. April 1946 bis Anfang August 1947.Dann kamen wir
ins Lager zurück und kurze Zeit danach nach Frankreich.
Dort wieder in ein Lager und ich kam dann zu einem Bauer
nach au Chiez. Dort habe ich ungefähr ein halbes
Jahr gearbeitet, auch bei seiner Schwester, die im Nachbardorf
wohnte und einen schwerkranken Jungen hatte. Dann wurden
wir ins Lager gerufen, da sollte eine Gruppe für
ein Bergwerk in Nordfrankreich aufgestellt werden. Wir
wurden untersucht und Schäden, die man hatte, sollte
man sagen. Ich hatte mal in der Schule beim Turnen einen
Unfall und seitdem bekomme ich durch das linke Nasenloch
schlecht oder nicht ausreichend Luft. Das genügte,
war untauglich für das Bergwerk. Es war ja nun schon
1948 geworden und viele alte Soldaten, auch Familienväter,
kamen nach Hause. Der Kapitän brauchte einen Viehfütterer
für Kleinvieh und Abwäscher im Kasino. Da wurde
ich gerufen und bekam diese Stelle. Die beste meiner Gefangenschaft.
Im Kasino waren nur Gefangene beschäftigt. Der Chef
sagte, von Franzosen werde ich beklaut, denn die hatten
ja auch ihre Familien dort, aber die Deutschen können
sich nur satt essen. Die Franzosen feierten ein Fest auf
das andere. Eine deutsche Musikkapelle war vorhanden und
da ging es bis in die Nacht hinein.
Wie erfuhren Sie vom Ende des Krieges?
Kriegsende erlebte ich 1945 in El Hajeb (Marokko).
Wann und wie wurden Sie aus der Gefangenschaft
entlassen?
Anfang September (1948) kam ich nach Hause, erst noch
ins Quarantänelager in Wolfen.
Gab es irgendwelche Momente/Erlebnisse, die
Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
In Bengasi hatte ich nur mal ein Paar Sandalen bei einem
Araber gekauft und wie ich sie am Abend anziehen will,
waren es zwei linke. Ein großer und ein kleiner.Nach
einiger Zeit zogen die Deutschen wieder in Bengasi ein.
Ich ging zu dem Laden, wo ich die Sandalen gekauft hatte.
Der Araber erkannte mich gleich und er gab mir den größeren
und so waren wir beide geholfen. Die Araber waren ja deutschfreundlich,
das haben wir immer wieder gemerkt.
Ich danke Herrn Felgner für das Interview. |