Würden
Sie bitte kurz Ihre militärische Laufbahn vor der
Versetzung nach Afrika beschreiben?
Eingezogen 1935: 1. Komp. Inf.Rgt. 51 (Jauer/Schlesien)
- 1936 2. Flakabt. Flakrgt. 13 (Wurzen/Leipzig) - 1936/37
1.Flakabt. Flakrgt. 88 Legion "Condor" (Spanien)
- 1937-1939 2. Flakabt. Flak Regiment 33 (Halle/Saale)
Wurden Sie abkommandiert oder haben Sie sich
freiwillig gemeldet?
(Die) Flak Abt. 33 kam nach dem Einsatz in Frankreich
geschlossen nach Afrika.
Gab es ein spezielles Training bzw. eine Einweisung
für den Kampf in der Wüste und wenn ja, wie
sah dieses aus?
Wir wurden nur aus Tropentauglichkeit untersucht.
Wie erfolgte der Transport nach Afrika?
Mit der Eisenbahn nach Neapel, dann mit Schiff (Geleitzug)
nach Tripolis.
Können Sie sich noch an Ihre ersten Erlebnisse
nach der Ankunft in Afrika erinnern?
Von Tripolis im Eilmarsch nach Sirte. Dort bekamen wir
unsere Tropenausrüstung und kamen sofort an die Front
nach El Agheila.
Schildern Sie kurz, wie lange und in welchen
Einheiten Sie in Afrika eingesetzt waren.
Von Februar 1941 bis April 1943 bei 2. Bat. Flakabt. 33
und 3./Flak 33.
Heutzutage wird das Afrika-Korps immer in
Verbindung mit dem Mythos Rommel genannt. Wie dachte und
sprach man bei den Soldaten?
Er wurde verehrt, sprach viel mit den Soldaten und war
immer Vorbild.
Hatten Sie jemals Kontakt zu Generalfeldmarschall
Rommel?
Ja. Er war oft bei uns in der Stellung.
Fühlte man sich damals als "Afrikakämpfer"
als etwas Besonderes oder war es aus der damaligen Sicht
ein Kriegsschauplatz, wie jeder andere?
Der Kriegsschauplatz in Afrika war etwas Besonderes. Durch
große Strapazen und die Härte der Kämpfe
fühlten wir uns als etwas Besonderes.
Rommel genoss bei den alliierten Soldaten
großen Respekt. Wie dachte man bei Ihnen über
den Befehlshaber der gegnerischen Seite "Bernard
Montgomery" und die Gegner im Allgemeinen?
Gegenseitige Achtung war oberstes Gebot in Afrika. Montgomery
war ein guter Stratege, seine materielle Überlegenheit
verhalf ihm zu großen Erfolgen.
Wie wurde man über die kriegerischen
(und politischen) Ereignisse unterrichtet?
Bei Befehlsausgaben und durch Rundfunk. Wir hatten in
der Batterie zwei Kofferradios, Die Funkstaffel hörte
Nachrichten ab.
Wie dachte man über die italienischen
Soldaten bzw. die italienische Führung, bzw. wie
war der Kontakt zu Ihnen?
Wir hatten wenig Kontakt. Vertrauen zur italienischen
Führung war gering. Die Soldaten waren wenig standhaft.
Wie sah der Alltag in Afrika aus? In Bezug
auf Verpflegung, Kleidung, Freizeit, Urlaub, Kontakt zur
Heimat, etc.
Verpflegung war sehr einseitig, es gab aber viel Obst.
Freizeit gab es nicht, da wir immer im Einsatz waren (Panzerabwehr,
Luftabwehr). Urlaub gab es nur im Ausnahmefall. Verbindung
zur Heimat durch Post war sehr gut.
Gab es Kontakte zu alliierten Kriegsgefangenen?
Nein.
Gab es Kontakte zu Einheimischen?
Nur gelegentlich an Wasserstellen. Einheimische durften
unsere Stellungen nicht betreten.
An welchen Gefechten/Operationen haben Sie
direkt teilgenommen?
An allen größeren Operationen waren wir beteiligt.
Kampf um Sollum, Bardia bis El Alamein. Kampf um Höhe
208 bei Sollum. Unsere Batterie schoss über 30 Panzer
ab.
Wie kamen Sie aus Afrika heraus?
1943 nach schwerer Verwundung sicher mit einem Lazarettschiff
nach Italien, dann mit Lazarettzug nach München.
Wie verlief der weitere Krieg für Sie
nach Afrika?
Lazarettaufenthalte in München und Kassel, kurzer
Einsatz bei einer Flakeinheit in Prag. September 1944
wegen Dienstunfähigkeit aus der Wehrmacht entlassen.
Wie und wo erlebten Sie das Kriegsende?
Als Student an der Akademie für Technik in Chemnitz.
Sind Sie nach dem Krieg noch einmal zum Kriegsschauplatz
Afrika zurückgekehrt?
Nein.
Ich danke Herrn Klein für das Interview. |