Leitfaden zur Personensuche:
Oft bekomme ich Anfragen von Personen & Familien,
die ehemalige Angehörige des deutschen Afrikakorps
suchen. Mittlerweile ist der Umfang derart groß,
dass ich mich dazu entschlossen habe einen Leitfaden zu
erstellen, wie man an solch eine Suche herangehen sollte.
Man darf nicht vergessen, dass das Afrikakorps eine Armee
war, die aus ca. 150.000 deutschen Soldaten bestand, daher
können wir kaum behilflich sein, wenn uns jemand
schreibt, dass er einen Herrn Mustermann sucht und uns
als einzige Information mitgibt, dass dieser Mann in Afrika
war. Kurz um je mehr Informationen uns der Suchende bereits
geben kann, desto leichter ist es für uns, ihm zu
helfen.
Beginnen sollte man grundsätzlich mit einer Anfrage
beim Volksbund Deutsches Kriegsgräberfürsorge,
ob der Gesuchte nicht gefallen ist. Dies kann man direkt
online machen unter
www.volksbund.de und dort
über die Online-Gräbersuche. Für die Suche
reichen meistens Name und Geburtsdatum. Der nächste
Schritt (und dies ist einer der wichtigsten), wäre
eine Suchanfrage bei der Deutschen Dienststelle (WASt,
früher Wehrmachts-Auskunftstelle). Den Suchantrag
kann man ebenfalls im Internet stellen unter
http://dd-wast.de/. Hierbei
ist aber einiges zu beachten. Das wichtigste ist der
Datenschutz, hierbei zitiere ich direkt die WASt:
"Das in der Deutschen Dienststelle (WASt) verwahrte
Original-Schriftgut der ehemaligen deutschen Wehrmacht
und anderer militärischer bzw. militärähnlicher
Verbände aus der Zeit des II. Weltkrieges wird
für die von uns zu erbringenden gesetzlichen Aufgaben
benötigt. Es handelt sich nicht um Unterlagen im
Sinne des Bundesarchivgesetzes. Grundlage der Benutzerordnung
bildet das Gesetz über die Verarbeitung personenbezogener
Daten bei der Deutschen Dienststelle (WASt) vom 26.01.1993
(GVBl. Nr. 7 vom 30.01.1993, 49. Jahrgang).
Demnach ist die Übermittlung hier vorliegender
personenbezogener Daten über lebende Kriegsteilnehmer
an Privatpersonen und Institutionen außerhalb
des öffentlichen Bereichs nur mit Genehmigung der
Betreffenden selbst möglich. Bei Gefallenen oder
während des Krieges Verstorbenen ist dagegen eine
Auskunftserteilung unbedenklich. Schutzwürdige
Belange sind in der Regel ebenfalls nicht mehr beeinträchtigt,
wenn der Betroffene zehn Jahre oder länger verstorben
ist. Ist das Todesdatum ungeklärt, so ist ab 90
Jahren nach der Geburt nicht mehr von einer datenschutzrechtlichen
Beeinträchtigung auszugehen."
Das heißt also, dass Nicht-Familienangehörige
nur Informationen bekommen können, wenn zwischen
dem aktuellen Datum und dem Geburtsdatum des Gesuchten
mind. 90 Jahre liegen oder der Gesuchte seit mindestens
10 Jahren verstorben ist. Bei Familienangehörigen
reicht die Vollmacht eines direkten Hinterbliebenen
aus. Hat man diese Voraussetzungen erfüllt, kann
die Dienststelle Auskunft zu folgenden Punkten geben:
· Erstattung von Kriegssterbefallanzeigen
· Bescheinigungen zu Todeserklärungsverfahren
· Klärung von Vermisstenschicksalen
· Erkennungsmarkenentschlüsselungen
· Feldpostnummernentschlüsselungen
· Nachweis von Kriegsgräbern
· Nachlassverwaltung
· Bescheinigungen über militärische
Dienstzeiten / militärischer Werdegang
· Bescheinigungen zur Vorlage bei Versorgungsämtern
(Kriegsopferversorgung)
· Nachweise über: Kriegsgefangenschaft,
Orden und Ehrenzeichen, Staatsangehörigkeit
Das wichtigste für uns ist hier der militärische
Werdegang, da er die Einheiten angibt, bei denen der
Gesuchte war.
Die Bearbeitungszeit bei der WASt kann von 2 Monaten
bis zu einem Jahr dauern, dafür hat die Dienststelle
Unterlagen von ca. 20 Millionen Soldaten und man wird
hier fast immer fündig.
Hat man nun die Einheit des Gesuchten gefunden, kann
man wieder Kontakt (E-Mail Adresse unten) mit mir (Herrn
Linzer) aufnehmen. Ich werde dann versuchen, soviel
wie nur möglich an Informationen zu sammeln und
zusammenzustellen. Diese werden ich Ihnen zukommen lassen.
Weitere Stellen, an die man sich zur Suche wenden kann,
wären die des Deutschen Roten Kreuzes (http://www.drk-suchdienst.org/)
und die Website http://www.vermisst-gefallen.net/.
ich hoffe, dass ich Ihnen so helfen konnte und wünschen
Ihnen eine erfolgreiche Suche.
Kontakt:
webmaster@deutsches-afrikakorps.de |