Chronologischer Ablauf
aus dem Kriegstagebuch des OKH:
1.7.42
Feind leistete beim Angriff gegen die El-Alamein-Stellung
unter Einsatz seiner Panzerkräfte sehr zähen
Widerstand . Panzerarmee durchbrach in den Mittagsstunden
des 1.7. die feindliche Verteidigungsfront südl.
El Alamein und erweiterte den Durchbruch in norsdostw.
und südostw. Richtung. Die Operationen dauerten
bis in die Abendstunden an.
Nachtrag zur Heereslage am 2. Juli 1942.
Der deutsche General im H.Qu. Der ital. Wehrmacht meldet
u.a. folgendes:
1. Südostw. Marsa Matruk wurde ein größeres
Betriebsstofflager unversehrt erbeutet.
2. Ein dt. Flugzeug, was am 26.6 von einem Erkundungsflug
über der Oase Kufr nicht zurückkehrte, ist
von einem ital. Erkundungsflugzeug in der Gegend nordwestl.
Kufra gefunden worden. Besatzung unversehrt.
3. Nach einer Abwehrmeldung aus zuverlässig beurteilter
Quelle sollen vom 18. bis 20.6. etwa 19000 ( ? ) Mann
aus Syrien nach Ägypten abtransportiert worden
sein. Es kann sich dabei um die 9. austral. Inf.Div.
sowie um Einheiten von Fremdenverbänden handeln.
Nach Meldung aus derselben Quelle wurden in Basra am
10.6. 150 mittl. amerikanische Panzerkampwagen ausgeladen,
angebl. als Ersatz für die vom Irak nach Ägypten
abgegebenen Panzer. Laut „ Züricher Zeitung
„ vom 1.7.42 ist bei der Erstürmung Marsa
Matruk folgender Befehl von General Auchinleck erbeutet
worden: „ Unser Feind Rommel ist kein `schwarzer
Mann´ mit überirdischen Kräften; er
ist nur energisch und fähig, das ist alles. Er
ist ein ganz gewöhnlicher deutscher General, von
dem man nicht so viel sprechen sollte. Ich ersuche Sie
und alle Kommandeure, darauf hinzuwirken, vom `Feind´zu
sprechen, niemals speziell von `Rommel´. Das ist
psychologisch notwendig, denn sonst verstärken
Sie den Eindruck bei der Truppe, daß Rommel wirklich
ein Wundermann wäre,der, mit überirdischen
Kräften ausgestattet, unbesiegbar ist.“ Echt
Englisch ist die Nachschrift Auchinlecks: „Ich
bin nicht etwa neidisch auf Rommel„.
2.7.42
Feind leistete in den noch besetzten Stützpunkten
der El-Alamein-Stellung hartnäckigen Widerstand.
Die Verteidigungsanlagen sind teilweise betoniert und
durch ausgebaute Stellungen für Panzerkampfwagen
verstärkt. Im mittl. Frontabschnitt führte
der Gegner mit 1. Pz.Div., die Verstärkung erhalten
hat, einen Gegenangriff durch, der unter Verlusten abgewiesen
wurde. Im mittl. Frontabschnitt wurde am 1.7. ein von
der 18. ind.Brig. - bisher im Irak – verteidigter
Stützpunkt genommen. Über 2000 Gefangene wurden
eingebracht, 30 Geschütze erbeutet. Bei den Kämpfen
um die Aufrollung der feindl. Verteidigungsfront wurde
eine Anzahl weiterer stark befestigter Stützpunkte
genommen.
3.7.42
Panzerarmee erweiterte im Laufe des 3.7. den Einbruch
in das feindl. Stellungssystem in nordostwärtiger
Richtung. Der Gegner leistete in festungsartig ausgebauten
und durch Kampfanlagen aller Art verstärkten Stellungen
weiterhin unter starkem Artl.-Einsatz sehr hartnäckigen
Widerstand. An Verstärkung führte der Feind
5. ind.Div sowie eine Pz.Brig. heran. Infole Verstärkung
der feindl. Luftwaffe nahmen Bomben- und Tiefangriffe
zu. Stärke des Feindes, geringe eig. Gefechtstärken
und sehr angespannte Versorgungslage zwingen zur vorübergehenden
Einstellung des eign. Angriffs. Schnelles Anlaufen der
Personal- und Material-Transporte ist dringend erforderlich.
Die Gefechtsstärken der Div.en etwa 1200-1500 Mann.
Ital. Verbände haben ebenfalls geringe Gefechtsstärken.
Die Masse der Inf.Korps befindet sich noch unmotorisiert
im rückwärtigen Armeegebiet.
4.7.42
„Hannibal“ meldet vom 3.7.42: In Kairo
sind Belagerungszustand und Standrecht proklamiert.
Engl. Truppen besetzten die Haupstadt. Die ägyptischen
Truppen haben Kasernenarrest. Die ägyptische Regierung,
die amtierenden Botschafter und die engl. Berater haben
Kairo zu verlassen. König Faruk und die ägyptische
Regierung sollen aufgefordert worden sein, Ägypten
zu verlassen und ins Ausland zu flüchten. König
Faruk soll erklärt haben, daß in dieser tragischen
Stunde sein Platz in Ägypten ist in der Nähe
seiner Volkes. Die Ankunft der Truppen der Achsenmächte
wird von der ägyptischen Bevölkerung mit Ungeduld
erwartet.Feind hat sich in der Alamein-Stellung wie
folgt gruppiert: 2. neuseeländ.Div. Am festungsartig
ausgebauten Verteidigungssystem 55 km südsüdwestlich
El Alamein am Nordrand Kattara-Sümpfe führte
Angriffe mit Artl.-Unterstützung durch. 2. süd-afrikan.Div.
Im Verteidigungssystem um El Alamein eingesetzt. Zur
Abriegelung des tiefen eigenen Einbruchs in der Mitte
der feindl. Front mit 1. Pz.Div. erhebl. Angriffe. Es
wurde dabei eine Anzahl amerikanischer Panzer vernichtet.
Die feindl. Luftwaffe führte bei Tage und Nacht
starke Angriffe auf eigene Truppen und Nachschubwege
durch. Die eigene Luftwaffe führte wirkungsvolle
Angriffe unter Einsatz aller z.Vfg. stehenden Kräfte
auf Kfz.-Ansammlungen im Raum der 2. neuseeländischen
und 1.Pz.Division durch.
4.7.42
Lage der Panzerarmee Afrika liegt noch nicht vor.
5.7.42
Feind verhielt sich außer Artl.- und Spätrupptätigkeit
abwartend. Er verschob 5. ind.Div. vom Nordabschn. in
den Raum der 2. neuseeländischen Inf.Div. Die neu
herangeführten Stab 7.Pz.Div. Mit einer Schützenbrig.
und einer Aufkl.Abtlg. wurden 1. Pz.Div. und der neuseeländischen
Inf.Div unterstellt. Luftaufklärung stellte im
Raum ostw. el Alamein starke Kraftfahrzeugansammlungen
fest. Heranführen der 10. ind.mot.Brig. ist wahrscheinlich.
Angriffe der feindl. Luftwaffe auf die eigenen Truppen
bei Tag und Nacht haben sich auch am 5.7. weiter verstärkt.
Beim Herauslösen einer deutschen Panzerdiv. gelang
dem Gegner ein geringer örtl. Einbruch. Dabei betrugen
die eigenen Verluste 50 Mann, von denen die Masse verwundet
oder gefallen ist. Die vom englischen Rundfunk verbreitete
Nachricht über Gefangennahme von 600 deutschen
Soldaten trifft nicht zu. Die Verbindung mit OB Süd
und dem Dt. Gen. b.H.Qu. Der ital. Wehrmacht für
Abtransport des verst. Inf.Rgt. Von Kreta nach Nordafrika
ist sichergestellt. Die ersten Transporte zur Luft finden
vorraussichtlich am 6.7., die zur See am 7.7 statt.
6.7.42
Feind führte im Laufe des 6.7. mehrere starke,
von Panzern unterstützte Vorstöße gegen
die eigene Abwehrfront südl. El Alamein durch.
Nach erheblichen Pz.-Verlusten setzte er sich in den
Abendstunden wieder nach Osten ab. Die Befehlsführung
über die bestehenden Feindkräfte wird wie
folgt angenommen: Im Südabschn. XIII. A.K. mit
2.neuseel.Div., 5.ind.Div. und 7.Pz.Div. Im Nordabschn.
Wahrscheinl. X. A.K. mit 50.engl.Div., 2.südafr.Brig.
und 1.Pz.Div. Bei der Abwehr von feindl. Pz.-Vorstößen
am 5. und 6.7. wurden 24 Panzerkampfwagen vernichtet,
3 neu aufgetretene Panzerspähwagen abgeschossen,
eine Anzahl von Gefangenen eingebracht. Die Abwehrfront
südl. El Alamein wurde durch zahlreiche Minenauslagen
verstärkt. Die Angriffe der feindl. Luftwaffe auf
die eign. Truppe und Küstenstraße wurde insbesondere
in der Nacht verstärkt. Der Verkehr auf der Küstenstraße
in der Nacht ist größtenteils unterbrochen.
Die eign. Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf die im
südl. Teil der Abwehrfront angesetzten Feindkräfte
fort. Die Schiffstransporte von Italien nach Afrika
gehen immer noch fast ausschließlich nach Tripolis
und Bengasi. Infolge der Zeitdauer des Vortransports
und des Materialverschleißes auf dieser 2200 km
bzw. 1200 km langen Strecke hat sich die Zuführung
von Verstärkungen auf dem Gefechtsfeld bisher kaum
ausgewirkt. Der Hafen von Tobruk hat für die Aufnahme
und Ausladung von Nachschubschiffen bereits seit dem
ersten Tage bereitgestanden. Die materielle Auffüllung
der Div.en konnte daher nur geringe Fortschritte machen.
7.7.42
Feindl. teilw. Von Pz. Unterstütze Vorstöße
gegen die eign. Abwehrfront waren schwächer als
in den Vortagen. Mehrere Pz.Kampfwagen wurden abgeschossen.
Auf dem Südflügel wurde 5.ind.Div. unter starken
Verlusten in südostwärtiger Richtung zurückgeworfefn.
Feindlage und Gruppierung sonst unverändert. Eigene
Aufklärungsverbände verhinderten auf dem Südflügel
in hervorragendem Zusammenarbeiten mit starken Verbänden
der Luftwaffe einen Umfassungsversuch starker feindl.
Kräfte in westlicher Richtung. Eine größere
Anzahl von Kfz. Wurde vernichtet bzw. in Brand geworfen.
Die bis zum Abend des 7.7. gewonnene Linie wurde durch
Minenlagen verstärkt.
8.7.42
50.engl.Div. wurde aus der Front südl. El Alamein
herausgelöst und durch Teile der im Verteidigungssystem
von El Alamein eingesetzten 1. südafrikanischen
Div. ersetzt. Im mittleren Frontabschn. führte
der Gegner in Nacht vom 7. zum 8.7. einen schwächeren
Störangriff durch. Dieser wurde unter Verlusten
für den Feind abgewiesen. Einzelne feindl. Störtrupps
unternahmen in Nacht vom 7. zum 8.7. einen Überfall
auf den Flugplatz Fuka. Hierbei wurden einige ital.
Flugzeuge zerstört. Am Südflügel der
Armee eingesetzte Kräfte gewannen Nordrand der
Kattara-Senke, warfen den Gegner weiter nach Osten zurück
und riegelten nach Westen ab. Vor der gesamten Front
geringere Artl.-Tätigkeit als an den Vortagen.
Die Angriffe der feindl. Luftwaffe wurden anscheinend
mit geringeren Kräften durchgeführt.
9.7.42
Nordabschnitt der El-Alamein-Stellung weiterhin besetzt.
Im Südabschnitt wich der Feind vor eign. Angriff
in ostwärtiger Richtung aus. Unter Sicherung durch
7.Pz.Div. und 5.ind.Div. Wurde die 2.neuseeländ.Div.
aus dem Südabschnitt herausgelöst und anscheinend
zunächst in den Raum südl. der 1.Pz.Div. zurückgenommen.
Die Kräfte der 7.Pz.Div. Und der 5.in.Div. wurden
bis zum Abend in Linie 10-12 km westl. der Piste Alamein
zurückgeworfen. Pz.Armee Afrika trat am 9.7. morgens
zum Angriff gegen den Südteil der El-Alamein-Stellung
an und durchbrach sie im Laufe des Tages unter Zurückdrängen
stärkerer Feindkräfte in ganzer Breite von
der Kattara-Senke bis zur bisherigenEinbruchsstelle.
Hierbei wurde ein durch zahlreiche Kampfanlagen und
zahlreiche Minenfelder stark ausgebautes Befestigungswerk
genommen und besetzt. Da seit 21.6. von deutscher Seite
ein regelmäßiger Schiffsverkehr Bengasi-Tobruk
und späterhin bei Marsa Matruk stattfand, war die
Versorgung der Truppe bisher ausreichend. Die Sicherstellung
der Großversorgung verlangt aber die Zuführung
aller Versorgungsgüter aus Italien direkt nach
Tobruk bzw. in weiter ostw. Gelegene Häfen, da
in Bengasi einlaufende Güter mit den Mitteln der
Pz.Armee nicht mehr vortransportiert werden können.
10.7.42
Feind griff mit Teilen 1.südafrikanischer Div.
- verstärkt durch Panzer – nach einstündiger
Artl.-Vorbereitung in den frühen Morgenstunden
den Abschnitt des XXI. A.K. an. Der Angriff wurde mit
Schwerpunkt zwischen Küstenstraße und Meer
geführt. Dem Gegn. gelang ein 5 km tiefer Einbruch
im Abschnitt der Div. „Sabrata“, deren Batl.e
und Artl.-Stellungen überrrannt wurden. 1 Batl.-Stützpunkt
wird noch gehalten. Der Durchbruch wurde 3 km südostw.
des Armeegefechtsstandes abgeriegelt. Kämpfe zur
Wiederherstellung der Lage in den Nachmittagsstunden
gegen die Südflanke der eingebrochenen Feindgruppe
– durch Gegenangriff mehrerer schnell zusammengestellter
Kampfgruppen unter Führung des Oberbefehlshaber
– dauerten in den Abendstunden noch an. Im Südabschnitt
der El-Alamein-Stellung gewann der Angriff bei zähem
feindl. Widerstand nur langsam Boden. Das Werk El Taqua
am Südflügel der El-Alamein-Stellung wurde
in Besitz genommen.
11.7.42
Feind führte im Laufe des Tages an mehreren Stellen
der Front Vorstöße mit Panzerkräften
und Infanterie durch. Hart südlich der gestrigen
Einbruchsstelle gelang ihm ein erneuter Einbruch, der
zur Gefangennahme von 2 weiteren italienischen Bataillonen
führte. Durch Einsatz deutscher Armee- und Flakartillerie
konnte der Einbruch später abgeriegelt werden.
Bei Gegenangriff wurden am Nachmittag einige beherrschende
Beobachtungspunkte wiedergenommen. Alle übrigen
feindlichen Vorstöße wurden bei Verlusten
des Gegners abgeschlagen. Zur Abriegelung der Einbruchsstelle
im Nordabschnitt sowie zur Bereinigung der dortigen
Lage war die Panzerarmee gezwungen, starke deutsche
Verbände vor allem die Masse der deutschen Armee-
und Flakartillerie, aus dem Südabschnitt herauszuziehen.
Panzerarmee ging daher mit Tagesanbruch im Südabschnitt
mit schwächeren Sicherungskräften in der erreichten
Linie ( 8 km westlich der Piste El Alamein-Quaret-El
Hameimat ) zur Abwehr über und besetzte mit der
Masse der Kräfte ( 90.leichte und ital. Div. „Littorio“
) die ausgebaute Stellungslinie El Taqua-Ralat. Bei
dem britischen Gegenangriff am 10. und 11. wurden 2
Bataillone und die gesamte Divisionsartillerie der Div.
„Sabrata“ sowie 1 ¹/² Bataillone
Bersaglieri des ital. XXI. A.K. und 1 Bataillon der
Div. „Trieste“ gefangengenommen. Weitere
Teile des ital. XXI. Korps gingen fluchtartig unter
Zurücklassen ihrer Waffen zurück.
12.7.42
Nach Beutebefehlen und Gefangenenfeststellungen ist
1. südafrikanische Div. seit einigen Tagen durch
9. australische Div. abgelöst. 4 Batl.e sind in
der El Alamein-Stellung, 2 Batl.e in der weiter rückwärts
gelegenen Amiriya-Stellung eingesetzt. Die Stellung
liegt südwestl. Alexandrien. Feind verhielt sich
heute im großen und ganzen abwartend. Im Südabschnitt
führte er vereinzelte Aufklärungsvorstöße
durch, die abgewiesen wurden. Im Nordabschnitt stärkere
feindl. Artl.-Tätigkeit. Bei eign. Vorstoß
an der Einbruchsstelle westl. El Alamein wurde nach
erbittertem Kampf eine beherrschende Höhe genommen
und der Gegner 4 km nach Osten zurückgeworfen.
Dabei wurde ein austral. Batl.Stab gefangen genommen.
13.7.42
Im Nordabschnitt stieß eigener gegen die Südostfront
der Festung Alamein geführter Angriff auf tiefgestaffelte,
durch Betonbunker verstärkte Stellungsanlagen und
Minenfelder sowie zusammengefaßtes verstärktes
Abwehrfeuer der feindl. Artl. Trotz Einsatz aller verfügbaren
Kräfte der Luftwaffe und Artl. Führte der
Angriff zu keinem Erfolg. Am Südflügel wurde
der Gegner in den Nachmittagsstunden des 13.7. durch
eigenen Vorstoß in ostwärtiger Richtung zurückgeworfen.
Es gelang, eine beherrschende Höhe 45 km südl.
El Alamein zu nehmen und die Front etwa 10 km vorzuverlegen.
14.7.42
Feind hat sich wie folgt gegliedert: Im Süd- und
Mittelabschnitt XIII. A.K. mit 1. und 10. Pz.Div. Im
Nordabschnitt X. A.K. mit 9. australischer und 5. Ind.Div.
Verbleib der 2. neuseeländ.Div ist nicht bekannt.
Die Div. ist in der Front nicht eingesetzt. Feindl.
Luftwaffe führte im Laufe des 14.7.42 stärkere
Bomben- und Tiefangriffe auf die eigene Truppe durch.
Im Nordabschnitt trat in den Abendstunden des 14.7.
eine eign. Pz.Div. zum Angriff gegen die vom Gegner
in den letzten Tagen gewonnene stark ausgebaute Stellung
nordwestl. Der Festung Alamein an. Der Gegner leistete,
durch starkes, zusammengefaßtes Feuer seiner Artl.
unterstützt, erbitterten Widerstand. Die Kämpfe
dauerten bis zum Einbruch der Dunkelheit an. Auf dem
Südflügel wurden starke feindl. Aufklärungskräfte
durch eigenen Angriff weiter nach Osten zurückgeworfen,
einige beherrschende Höhen 40-45 km südl.
Alamein genommen und die Abstiege in die Katara-Senke
gesperrt. Durch die Verfolgung wurde eine wesentliche
Verkürzung der Front erreicht. Die eign. Luftwaffe
unterstützte unter Einsatz stärktster Kräfte
wirkungsvoll den eigenen Angriff im Süd- und Nordabschnitt.
Hierbei wurden im Nordabschnitt einige feindl. Batterien
außer Gefecht gesetzt.
15.7.42
Feind führte in der Nacht vom 14. zum 15.7. einen
starken Angriff mit den Panzerkräften der 1.Pz.Div.,
mit Teilen der 2.neuseeländischen und 5.ind.Div.
gegen den Südflügel des im Mittelabschnitt
eingesetzten italienischen X. A.K. durch. Er überrannte
bis zum Morgen des 15.7. die is ausgebauten Stützpunten
eingesetze Div. „Brescia“ und stieß
in den Rücken der nördl. anschließenden
Div. „Pavia“ sowie in nordwestl. Richtung
vor. Die Masse der Div. „Brescia“ wurde
aufgerieben bzw. gefangengenommen. Teile verließen
ihre Stellungen kampflos. Stärkere Teile der Div.
„Pavia“ wurden gleichfalls vernichtet, während
der Rest der Div. sämtliche von Panzern unterstützte
Angriffe des Feindes abwies. Panzerarmee riegelte bis
zum Abend des 15.7. durch erfolgreichen Gegenangriff
die Einbruchsstellen im Norden und Westen ab. Hierzu
erfolgte Heranziehung der im Nordabschnitt zum Angriff
gegen die Feindl. Fort-Stellung nordwestl. Alamein eingesetzten
21.Pz.Div. Sowie von Teilen der auf dem Südflügel
eingesetzten deutschen Truppen. Im Verlauf dieser Kämpfe
wurden 1200 Gefangene eingebracht, eine Anzahl Pz.-Wagen
vernichtet. Im Nord- und Südabschnitt außer
starker feindl. Artl.-Tätigkeit keine bes. Kampfhandlungen.
Starke eign. Fliegerkampfkräfte führten wirkungsvolle
Bombenangriffe gegen feindl. Pz.-Kräfte und Kraftfahrzeugansammlungen
ostw. Und südostw. der Einbruchstelle durch.
16.7.42
Keine Eintragung vorhanden
17.7.42
(Nach Übermittlung durch Ob.d.L. Führungsstab)
Im Frontabschnitt der ital. Div. „Trieste“
erneuter Durchbruch starker Feindkräfte. Lage durch
Teile der 21.Pz.Div. Zunächst bereinigt. Beherrschende
Höhen 23 und 25 durch Teile der 21.Pz.Div. genommen.
Im Nordabschnitt erneute schwere Angriffe des Gegners.
Pz.Armee Afrika dort während des ganzen gestrigen
Tages in schweren Kämpfen. Fliegerführer Afrika
unterstützte Abwehrkampf durch zusammengefaßten
Angriff auf Feindpanzer und Kfz. vor der Front der 21.Pz.Div.
18.7.42
Der Gegner führte in der Nacht vom 17. zum 18.7.
und im Verlauf des 18.7. keine stärkeren Angriffe
durch. Ein Vorstoß wurde unter Verlusten für
den Feind abgewiesen. In den Abendstunden führten
im mittl. Frontabschnitt einige feindl. Pz.Kampfwagen
einen erfolglosen Vorstoß durch. Auf dem Südflügel
fühlte der Gegner im Verlauf des 18.7. mit Aufklärungskräften
in westl. Richtung vor. Der Ausbau der Stellungen ist
unter Einbeziehung einiger Befestigungswerke im Gange.
Der Feind griff in letzter Zeit die Küstenfähr-
und Löscharbeiten in den Auslädehäfen
unter Einsatz stärkerer Fliegerkampfkräfte
und Überwasserseestreitkräfte an. Demzufolge
ist die Versorgungslage der Armee durch die Verluste
der Schiffe „Brook“ und „Sturla“
sowie der Vernichtung der Tanklager im Hafen von Tobruk
durch Bombenvolltreffer gespannt. Erst nach Entladung
von zur Zeit den Hafen Tobruk anlaufenden Schiffen ist
eine vorübergehende Entspannung der Versorgung
zu erwarten. Endgültige Sicherstellung der Versorgung
erst nach Eintreffen der M.F.P. (Marinefährprähme).
Nachtrag zur Lage Panzerarmee Afrika ( am 19.7.)
Feind führte bei reger Aufklärungstätigkeit
im südl. und mittl. Abschnitt mehrere Vorstöße
zur gewaltsamen Aufklärung durch, die sämtlich
abgewiesen wurden. Im Südabschn. Wurde der Feind
nach Osten zurückgeworfen. Hierbei 4 Pz.-Spähwagen
und eine Anzahl Lafetten vernichtet. Im nördl.
Abschnitt verstärkte der Gegner seine Stellungen
durch Minenlegen und Drahthindernisse. Sonst keine besonderen
Kampfhandlungen. Nach Luftaufklärung hat eine Verschiebung
der feindl. Kräfte aus dem Küstenabschnitt
in den mittl. Abschnitt stattgefunden. Gesamtkräfte
sind unverändert geblieben. Bei den Kämpfen
am 18.7. wurden vom DAK mehrere Flugzeuge abgeschossen
und eine Anzahl Gefangene eingebracht. Luftwaffe führte
erfolgreiche Angriffe auf feindl. Panzerbereitstellungen
und Flugzeugansammlungen durch. Hierbei wurden mehrere
schwere Panzer abgeschossen.
19.7.42
Der Gegner griff mit z.T. neu herangeführten Kräften
in den letzten Tagen mehrfach die deutsch-italienischen
Stellungen (Alamein-Stellung) an. Die Angriffe konnten
durch Gegenstöße deutscher Kräfte abgeriegelt
werden, jedoch erlitten die ital. Verbände starke
Einbußen, auch an Gefangenen. Die Heranführung
deutscher Verstärkungen ist im Gange. Über
Möglichkeit einer Wiederaufnahme eign. Offensive
besteht z.Z. noch kein klares Bild.
20.7.42
Der Feind klärte vor gesamter Front der Pz.Armee
nur mit schwäch. Kräften auf. Vor der Front
des mittl. Abschnittes verstärkte der Gegner seine
Artl. durch Zuführung von schweren Batterien. Größere
Ansammlungen von Panzerkampfwagen wurden durch Luft-
und Erdaufklärung festgestellt.
„Beurteilung der Lage und des Zustandes der Panzerarmee
Afrika am 21.7.42.“
1. pp.
2. Zustand der deutschen Truppe: Stichtag 21.7.42.
Stärken: Personell gleich 30 Prozent,
Panzer gleich 15 Prozent,
Artillerie gleich 70 Prozent,
Pak gleich 40 Prozent,
schw. Flak gleich 50 Prozent.
Die Gefechtskraft ist beeinträchtigt durch Nachlassen
der Spannkraft infolge pausenlosen Einsatzes, durch
starke Ausfälle an kampferfahrenem Personal sowie
Fehlen von Waffen, insbesondere Panzer und panzerbrechende
Waffen. Neu eingetroffener Ersatz ist nur mangelhaft
ausgebildet. Die Beweglichkeit der Div.en ist durch
Kfz.-Ausfälle und verstärktem Einsatz von
Kfz. für Versorgungszwecke eingeschränkt.
Es ist zu erwarten, daß die Auffrischung der Truppe
in etwas 4-5 Wochen im wesentlichen erreicht ist, vorausgesetzt,
daß keine weiteren Verluste durch neue Kampfhandlungen
eintreten und daß die vorgesehenen Seetransporte
pünktlich durchgeführt werden.
3. -4. pp.
5. Versorgungslage:
Versorgungslage gespannt infolge dauernder, zum Teil
erfolgreicher Angriffe gegen deutschen Nachschub durch
feindl. Flieger- und Überwasserstreitkräfte
auf Tobruk und Matruk. Schnelle Aushilfe kaum möglich
infolge zu großer Entfernung von der Versorgungsbasis
( Bengasi und Tripolis ). Vorratsbildung im Operationsgebiet
infolge Schiffsverluste ( Brook und Sturla ) bisher
noch nicht gelungen. Entspannung ist abhängig von
Eintreffen und Ausladung laufender Küsten- und
Italienschiffe, vom Einsatz weiterer Prähme, Eintreffen
der Lokomotiven und Inbetriebnahme der Eisenbahn.
Mun.Wesen: Truppe in Auffüllung.Gesamtbestände
in Cyrenaika unter Einbezug der in Entladung begriffenen
Schiffe für weitere Operationen entsprechend augenblicklichem
Waffenbestand ausreichend.
Waffen: Aus Neuzuweisung und durch Einstellung von Beutewaffen
bis auf die Höhe von 50-60 % ersetzt.
Laufende Tag- und Nachtangriffe durch feindl. Luftwaffe
auf den Hafen Marsa Matruk sowie Beschießungen
während der Nacht durch feindl. leichte Seestreitkräfte
machen Anlaufen des Hafens durch größere
Schiffe zur Zeit schwer möglich. Durch Luftaufklärung
wurde Vermehrung der Schiffe im Hafen von Suez um über
200000 t festgestellt. Hier wurde der große Truppentransporter
„Queen Elizabeth“ ( 85000 t ) erkannt.
22.7.42
Feind griff in Nacht vom 21. zum 22. und am 22.7. im
mittl. und nördl. Abschnitt mit starken Kräften
an. Der Nachtangriff wurde von der neuseel.Div. durchgeführt.
Er wurde unter hohen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen.
In den frühen Morgenstunden griff 1.Pz.Div. mit
ihren Pz.Brig.en, verstärkt durch Inf. und nördl.
anschließend 5.ind.Div., das im Abschnitt 60 km
südwestl. El Alamein angesetzte DAK an. Die mehrfach
wiederholten Angriffe wurden unter Vernichtung von 60
Feindpanzern abgeschlagen. 9.austral.Div. führte
von Panzern unterstützte, wiederholte Vorstöße
aus der Festung El Alamein in westl. und südwestl.
Richtung durch. Die Vorstöße wurden abgewiesen
bzw. abgeriegelt. Im Südabschn. führte 7.Pz.Div.
Rege Aufklärungstätigkeit. Insgesamt wurden
1000 Gefangene eingebracht. Mit Fortsetzung der Feindangriffe
in der Nacht vom 22. zum 23.7. und am 23.7. ist zu rechnen.
23.7.42
Während des Tages geringe Spätrupp- und Artl.-Tätigkeit.
Der Gegner unternahm in den Abendstunden einen Vorstoß
im nördl. Abschnitt, der abgewiesen wurde. Die
Luftwaffe griff bereits am Vortage unter Einsatz aller
verfügbaren Kräfte feindl. Pz.-Bereitstellungen
und Kfz-Ansammlungen an. Bei den Angriffen am 22.7.
wurde eine Anzahl von Pz.Kampfwagen zerstört und
zahlreiche Brände erkannt.
24.7.42
Außer eign. Umgruppierung und kleineren feindl.
Erkundungsvorstößen keine besonderen Ereignisse.
25.7.42
Außer Aufklärungs- und Artl.-Tätigkeit
keine besonderen Kampfhandlungen.
26.7.42
Nach Mitteilung des Dt. Gen.b.H.Qu. der ital. Wehrm.
sind in der Oase Siwa eingetroffenen ital. Truppen von
den ägypt. Behörden und der Bevölkerung
freundlich aufgenommen.Nach V.-Mann-Meldungen vom 25.7.
sind am 23.7. eine neuseel. Pz.Brig. und 2 ind.Brig.en,
wegen zu großer Verluste aus der Front herausgezogen,
in Alexandrien eingetroffen.
Feindverhalten: In der Nacht vom 25. zum 26.7. unternahmen
schwache Teile der 7.Pz.Div. Im Südabschnitt einen
Aufkl.-Vorstoß, der abgewiesen wurde. Im Laufe
des 26.7. infolge Sandsturmes nur geringe Kampftätigkeit.
In den Abendstunden fühlte der Feind im Südabschn.
erneut mit etwa 25 Panzern vor. Feindl. Lufttätigkeit
gering.
27.7.42
Der Feind trat in der Nacht vom 26. zum 27.7. im Nordabschnitt
mit starken Inf.- und Panz.-Verbänden nach Artl.-Vorbereitung
zum Angriff nach Westen und Südwesten an. Hierbei
waren eingesetzt die nach Auffrischung neu herangeführte
50. engl. Inf.Div. ( 2 Brig.en ) und Masse der 9. austral.Div.
( 2 Brig.en ), verstärkt durch Panzerverbände
der 1. Pz.Div. ( 1 Brig. ), sowie durch in der Festung
Alamein befindl. Inf.-Panzer. Dem Gegner gelangen in
der Nacht örtl. Einbrüche. Diese wurden im
Verlauf des Vormittags durch schnell herangeführte
Reserven abgeriegelt und der Feind im Gegenangriff unter
hohen blutigen und Materialverlusten zurückgeworfen.
Hierbei 32 Panzerkampfwagen vernichtet und über
1000 Gefangene eingebracht.Die eignen Verluste in den
sehr harten Kämpfen waren bei einem deutschen und
ital. Inf.Batl.en schwer ( etwa je 2 Komp. Aufgerieben
). Im Südabschnitt Aufkl.- und Artl.-Tätigkeit.
Störtrupps des Gegners stießen in der Nacht
vom 26. zum 27.7. aus einem Versteck am Nordrand der
Kattara-Senke zum Flugplatz Casaba West vor. Einige
deutsche Flugzeuge wurden zerstört. Eine deutsche
Aufkl.-Einheit stieß von Marsa Matruk etwa 100
km südl. Richtung vor und warf Störtrupps
in die Kattara-Senke zurück. Die fdl. Luftwaffe
verstärkte vor Angriffsbeginn in der Nacht vom
26. zum 27.7. ihre Bomben und Tiefangriffe auf die Einbruchsstellen
und führte im Verlauf des Tages laufende Angriffe
durch. Die eign. Luftwaffe unterstützte den Abwehrkampf
durch wirkungsvolle Angriffe auf Panzerbereitstellungen
und Kfz.-Ansammlungen. Von der ital. Fallschirm-Div.¹
ist bisher nur 1 Jäger-Batl. Und 1 Pak-Batl. An
der Front eingetroffen.
¹ Ursprünglich zum Einsatz gegen Malta vorgesehen.
28.7.42
Auf ganzer Front Aufkl.- und Artl.-Tätigkeit.
Nilgebiet: Nach einer unbestätigten Meldung vom
23.7. sollen die 44. engl.Div. und der Stab 15. engl.Div.
in Kairo eingetroffen sein. Die 1. lei.franz.Brig. ist
im Qalyubiya-Gebiet (nördl. Kairo) gemeldet.
29.7.42
Feindverhalten: Im gesamten Frontabschn. normale Aufkl.-
und Artl.- sowie geringe Fliegertätigkeit. Kräftegliederung:
Im Küstenraum hat eine Verstärkung der feindl.
Kräfte durch Heranbringung von Teilen 1. Pz.Div.
aus dem mittl.Abschnitt sowie Neuzuführung schwerer
Artillerie stattgefunden. Außerdem sind 9. austral.
Inf.Div. sowie wiederaufgefrischte 1. südafrik.
und 50. engl. Inf.Div. In diesem Raum eingesetzt oder
versammelt. Aufklärungskräfte 7. Pz.Div. traten
außer wie bisher im Südabschnitt jetzt auch
im mittl. Abschn. auf. In der Zeit 26.5. - 25.7. wurden
insgesamt 2514 Panzerkampf- und Panzerspähwagen
und sonstige gepanzerte Fahrzeuge vernichtet bzw. erbeutet.
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