3. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Nordafrika nichts Neues. Der Chef des Gen.Stabes des
DAK, Obstlt. von dem Borne, ist zur Besprechung über
die Lage bei Op.Abt.
4. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Nachschub Afrika einschließlich Bizerta. Besprechung
bei Waffenstillstandskommission am 6.6. In erster Linie
Verschiffungen von Neapel nach Bizerta, in zweiter von
Toulon nach Bizerta. Nach Ansicht Chef L der zweite
Weg ist besser zu tarnen. Einsatz französischen
Schiffsraums von Neapel aus möglich. Geleit notwendig.
Bewaffneter Konflikt England-Frankreich soll nach dem
Willen des Führers möglichst vermieden werden.
6. Juni 1941
Feindlagebeurteilung & Funkentschlüsselung
der Deutschen
Die Horchkompanie meldet Rommel die völlige Neugliederung
der britischen Kräfte an der Sollum-Front - das
untrügliche Zeichen einer bevorstehenden Operation.
7.Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Es stellt sich heraus, dass im Juni nur 2 schwere Batterien
nach Libyen überführt werden können.
Um so wichtiger Antransport französischer schwere
Artillerie aus Nordafrika, Waffenstillstandskommission
soll angestoßen werden.
9. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Umgruppierung der Engländer ostwärts von Sollum.
10. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Nach Meldungen des DAK hat der Gegner vor Sollum seine
Kräfte neu gruppiert. Mit der Möglichkeit
eines feindl. Angriffes wird gerechnet. Hptm. Krüger
kehrt aus Rom von einer Besprechung aller beteiligten
Dienststellen über die Regelung der Transporte
nach Libyen und ihre Dringlichkeitsfolge zurück.
13. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Französische schwere Artillerie für Tobruk.
14. Juni 1941
Feindlagebeurteilung & Funkentschlüsselung
der Deutschen
Die Horchkompanie meldet das Abfangen der Funkwarnung
"Peter" an alle britischen Einheiten für
den nächsten Tag. Rommel befiehlt sofort, ab 21.00
Uhr vorbereitende Maßnahmen zu einzuleiten.
15. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
An der Front von Sollum greift der Gegner mit starken
Kräften an, die Entwicklung der Lage ist noch nicht
zu übersehen.
Feindlagebeurteilung & Funkentschlüsselung
der Engländer
Mit Beginn der britischen Operation Battleaxe versagt
der britische Feindlage-Bearbeiter ein weiteres mal:
Obwohl Verstärkungen der Deutschen bekannt sind,
kann die Luftaufklärung keine Beweise dafür
liefern, das Rommel irgendwelche Verstärkungen
erhalten hätte.
Aus den LW-Enigma-Berichten ist nicht nur zu erfahren,
dass die LW in Libyen keine Verstärkung erhielt,
sondern auch, dass man die Verbände der Luftwaffe
auf Sizilien zum größten Teil an die Ostfront
verlegt hat. Dagegen sind die Informationen über
die Stärke und Absichten der deutschen Panzerverbände
unzureichend. Das Ergebnis: Dort, wo die britischen
Truppen mit ca. 100 deutschen Panzern rechnen, treffen
sie plötzlich auf die doppele Anzahl, denn Rommel
hat rechtzeitig fast seine gesamten Reserven aus dem
Raum Tobruk geholt.
Feindlagebeurteilung & Funkentschlüsselung
der Deutschen
Am Vormittag erbeuten Soldaten des DAK eine Liste britischer
Sprechfunk-Decknamen mit detaillierter Verteilung der
angreifenden Truppen, Namen der Befehlshaber, Decknamen
für Panzer, Geschütze und Material.
Diese Papiere ermöglichen der Horchkompanie eine
schnellere Auswertung und eine sofortige Umgruppierung
der deutschen Kräfte.
16. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
An der Sollumfront hat der Gegner mit starken Kräften
angegriffen, bei Capuzzo ist die Lage am 15.06. abends
noch ungeklärt, im übrigen werden die bisherigen
Stützpunkte gehalten. Von 150-200 feindl. Panzern
sollen 60 Panzer vernichtet worden sein. Für den
heutigen Tag beabsichtigt das DAK, im Gegenangriff mit
5. lei. Div. und 15. Pz. Div. den eingebrochenen Feind
zu schlagen.
Tagesbericht verschiedener Quellen
Rommel stößt nach einem weiten Umfassungsmanöver
in die westliche Flanke der Briten. Jetzt droht dem
britischen XIII. Korps die Einschließung. Es gelingt
ihm zwar, sich dieser Gefahr zu entziehen, doch gehen
dabei 100 von 180 eingesetzten Panzern verloren. Der
Gesamtverlust Rommels beträgt 12 Stück Panzer
und 50 beschädigte, die aber geborgen werden.
17. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Die eigenen Gegenangriffe an der Front bei Sollum werden
überall erfolgreich fortgesetzt. Die am Halfayapaß
eingeschlossenen eigenen Teile werden entsetzt, der
Abschluss der schweren Kämpfe verspricht nach Ansicht
des DAK einen vollen Erfolg. Der Ob.d.L. hat dem X.
Fliegerkorps befohlen, mit Schwerpunkt in die Kämpfe
bei Sollum zur Unterstützung des DAK einzugreifen.
Tagesbericht verschiedener Quellen
Die britischen Verbände ziehen sich nach Ägypten
zurück. damit hat Rommel die Panzerschlacht bei
Sollum gewonnen.
18. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Die Kämpfe an der Sollum-Front haben mit vollem
Erfolg geendet. Der Gegner ging nach schweren Verlusten
in der Nacht zum 18.6. in seine Ausgangsstellungen zurück.
Das DAK rechnet mit der Vernichtung von 180 - 200 englische
Panzern. Aufräumaktionen sind noch im Gange.
19. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Meldung des Afrikakorps an Führerhauptquartier.
Pz. Rgt. 8 noch 45 einsatzbereite Kraftwagen. Pz.Rgt.
5 noch nicht gemeldet. Im Kampfgebiet mittags 55 °.
Absetzen des Feindes. An der Tobrukfront Ruhe, an der
Sollumfront schwache beiderseitige Aufklärungstätigkeit,
Klarheit über die Feindlage dort ist noch nicht
vorhanden, mit Wiederholung der Feindangriffe wird z.
Zt. nicht gerechnet. Endgültige Verlustmeldungen
über die letzten Kampftage liegen noch nicht vor.
21.Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
In Nordafrika geringere Verluste als angenommen.
Tagesbericht verschiedener Quellen
General Wavell wird als Oberbefehlshaber abgesetzt und
nach Indien versetzt. Seine Stelle übernimmt General
Sir Auchinleck.
23. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Das DAK meldet das Endergebnis über Beute und Gefangene
des Abwehrkampfes bei Sollum zwischen dem 15. und 17.6.
Danach hat der Gegner 250 Panzer verloren.
Feindlagebeurteilung & Funkentschlüsselung
der Engländer
Die Briten (Bletchley Park (B.P.)) melden dem C-in-C
Middle East, dass es ihnen gelungen ist, in den italienischen
Marine Code C 38 einzubrechen. Dadurch erfährt
man von dem Auslaufen eines großen Geleitzuges,
bestehend aus 4 Großlinienschiffen, je 20 000
BRT, mit italienischen Truppen an Bord auf dem Weg nach
Tripolis. Die Italiener merken jedoch, dass sich alle
Kampfflugzeuge Maltas auf diesen Konvoi konzentrieren
und kehren um.
27. - 29. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
Italienisches Großgeleit mit vier großen
Truppentransportern läuft erneut von Neapel über
Tarent nach Tripolis aus. Die aus vier Zerstörern
bestehende Sicherung (Fernsicherung 2 Kreuzer und 3
Zerstörer) wehrt mehrere britische Luftangriffe
ab. Nur ein Transporter wird leicht beschädigt.
30. Juni 1941
Kriegstagebuch des OKH
OKW übersendet die Abschrift eines Fernschreibens
an den deutschen General im ital. Hauptquartier mit
Angaben über weitere Operationsabsichten nach dem
Ostfeldzug. Unter den Vorbereitungen für die im
Herbst beabsichtigte Offensive gegen den Suez Kanal
ist hierbei u.a. vorgesehen, das DAK zu einem Panzerkorps
umzugliedern und ein Pz.Gr.Kdo. unter Führung des
Generals Rommel zu bilden.
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